RSS-Feed

The Brick goes round

Veröffentlicht am

Wer 2005 oder spätestens 2006 ein wenig Augen auf die Filmszene hatte, der hat die letzte Perle des vermeintlichen amerikanischen Indie-Kinos nach Donnie Darko sicher schon damals gesehen.
Brick schlug in die Köpfe aller Cineasten ein, wie …. nun ja, ein wohlgezielter Ziegelstein in die NPD-Parteizentrale einer besonders links besetzen Gegend.
Rian Johnson schuf Atmosphäre und verzierte sie mit Charakteren, die sicher absichtlich einige Stereotype überzogen, um sie im selben Atemzug zu brechen. 
Es störte einen nicht Brick drei mal gesehen zu haben, um endlich verstanden zu haben, was oft mals nur in die Kamera genuschelt wurde, zudem sich das Verständnis für den Film eher instinktiv ergab.  
Joseph-Gordon Levitt gab einen herrlichen Hauptcharakter ab, der durch nichts andere gekennzeichnet wurde, als sein fast fanatisches Bedürfnis seine Exfreundin wieder zu finden und den Ritter auf dem weißen Ross zu spielen, aber eben jene Armut an Erklärungen und Hintergrund machte den Flair von Brick aus. Man sah sich eine Geschichte an, die ferner und gleichzeitig näher vom richtigen Leben nicht hätte sein können.
Looper, Johnsons dritter Streich, dagegen tut durch seinen Kitsch und den Mangel an Weitsicht weh. Man hat das aufdringliche Gefühl, Hollywood hätte Johnson geschnappt und mehre male durch die Kapitalismusanlage gedreht. Jede Wendung ist naheliegend und die Idee der Geschichte, so viel brillianter, als Bricks einfacher Plot, ist maßlos schlecht behandelt worden – lockt zusammen mit Bruce Willis aber sicher viele Kinogänger in den Film.
Aber die eben nicht mehr überzogene, sondern komplett unrealistische Darstellung eines ca sechsjährigen Jungen, der autobiografische Kampf zwischen elterlichen Einfluss und Liebe gegen Angst und den Missbrauch von Macht, tut in Mark und Knochen weh. 
Die moralische Komponente des Filmes ist so dünn, die Aufnahmen so reißerisch, man erkennt Johnsons Handschrift nicht mehr und auch Gordon-Levitts (den ich für viele Rollen schätze) nicht.
In kurzen Sätze möchte ich allen raten, diesen Film sein zu lassen, die nicht nach etwas oberflächlich hollywoodesken suchen, sondern auf etwas ähnlich geniales wie Johnsons Debut gehofft haben.
Weitere Ergänzungen zum Johnsonschen Lebenslauf gibt es, wenn ich mir The Brothers Bloom, seinen zweiten Film endlich mal vollständig angesehen habe.

Wertung: 2,5

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: