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Monatsarchiv: Dezember 2012

Wie Blätter von den Bäumen – 2

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Wäre die Serienlandschaft ein Computerspiel, ich wäre im Endlevel angekommen.
Klar habe ich diverse Dinge nicht gesehen und werde immer wieder neue entdecken, jedoch bin ich mit allen Serien, die ich als sehenswert empfunden habe, diesen Herbst auf dem neusten Stand.
Was seit dem letzten Serienpost aber hinzugekommen ist, will ich in kurzen Worten und Wertungen diskutieren.

Misfits S4: Am Ende der dritten Staffel hatte ich fast keine Hoffnung für Misfits mehr. Nahezu alle Mitglieder des ursprünglichen Casts waren gegangen und die Geschichte viel zu sehr um die Einführung der neuen bedacht. Zudem fehlte immer noch Nathan. (Nirgends war es so sehr zu merken, wie in der dritten Staffel). Die Ideen der dritten Staffel waren gut, aber die Geschichte um die Charaktere schlecht rübergebracht.
Die vierte Staffel empfängt uns also mit einem fast neuen Cast und tut das eigentlich ganz gut. Die Trauer nach „I am immortal!!!“ ist überwunden, man kann sich wieder auf die Geschichte einlassen, die sich zugegeben wieder nicht stringent auf etwas hinbewegt, aber sich besser an die Charaktere schmiegt und Spaß macht. Man merkt endlich, dass der Flair der Serie – schräger, morbider Humor, ungewöhnlich viel Gewalt, leicht herunter gekommene Helden und immer eine neue Idee – noch da ist.
Als einziges downside: es geht kaum noch um die Superkäfte der Hauptcharaktere.

Wertung: 3,5

The Hour S2: Ich mochte die erste Staffel, mag die zweite fast noch lieber. Wider meines Erwarten sind die beiden Staffeln inhaltlich nahezu von einander getrennt. Ich hatte eine Fortsetzung und Vertiefung der bisherigen Problematik erwartet, kann mich nach Gewöhnung aber auch an den neuen „Fall“ gewöhnen, der unser Nachrichtenteam aus den 50ern beschäftigt. Und ich liebe nach wie vor Romola Garai und beginne Ben Whishaw zu schätzen (weshalb ich mich mehr freute ihn in Skyfall zu sehen, als Ralph Fiennes).

Wertung: 3,5

 

Don’t Trust the Bitch in Apartment 23: Verrückt, merkwürdig, überzogen.
Zugegeben der richtige Mix abstrusen Wahnsinns, um mir ab und an meine Laune zu erhellen. Krysten Ritter macht immer Spaß und passt perfekt in die Rolle der Chloe.
Ich muss fast sagen, dass auf dem oberflächlichsten Level diese Serie auch Dinge wie New Girl ersetzen könnte. Nur dass mich das stubsnäsige Gesicht von Dreama Walker ab und an aufregt. Willkommen in der Welt der Amerikanischen Schönheit. Where everybody looks like a doll. (Sponsored by Pedophiles).

Wertung: 3

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The Brick goes round

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Wer 2005 oder spätestens 2006 ein wenig Augen auf die Filmszene hatte, der hat die letzte Perle des vermeintlichen amerikanischen Indie-Kinos nach Donnie Darko sicher schon damals gesehen.
Brick schlug in die Köpfe aller Cineasten ein, wie …. nun ja, ein wohlgezielter Ziegelstein in die NPD-Parteizentrale einer besonders links besetzen Gegend.
Rian Johnson schuf Atmosphäre und verzierte sie mit Charakteren, die sicher absichtlich einige Stereotype überzogen, um sie im selben Atemzug zu brechen. 
Es störte einen nicht Brick drei mal gesehen zu haben, um endlich verstanden zu haben, was oft mals nur in die Kamera genuschelt wurde, zudem sich das Verständnis für den Film eher instinktiv ergab.  
Joseph-Gordon Levitt gab einen herrlichen Hauptcharakter ab, der durch nichts andere gekennzeichnet wurde, als sein fast fanatisches Bedürfnis seine Exfreundin wieder zu finden und den Ritter auf dem weißen Ross zu spielen, aber eben jene Armut an Erklärungen und Hintergrund machte den Flair von Brick aus. Man sah sich eine Geschichte an, die ferner und gleichzeitig näher vom richtigen Leben nicht hätte sein können.
Looper, Johnsons dritter Streich, dagegen tut durch seinen Kitsch und den Mangel an Weitsicht weh. Man hat das aufdringliche Gefühl, Hollywood hätte Johnson geschnappt und mehre male durch die Kapitalismusanlage gedreht. Jede Wendung ist naheliegend und die Idee der Geschichte, so viel brillianter, als Bricks einfacher Plot, ist maßlos schlecht behandelt worden – lockt zusammen mit Bruce Willis aber sicher viele Kinogänger in den Film.
Aber die eben nicht mehr überzogene, sondern komplett unrealistische Darstellung eines ca sechsjährigen Jungen, der autobiografische Kampf zwischen elterlichen Einfluss und Liebe gegen Angst und den Missbrauch von Macht, tut in Mark und Knochen weh. 
Die moralische Komponente des Filmes ist so dünn, die Aufnahmen so reißerisch, man erkennt Johnsons Handschrift nicht mehr und auch Gordon-Levitts (den ich für viele Rollen schätze) nicht.
In kurzen Sätze möchte ich allen raten, diesen Film sein zu lassen, die nicht nach etwas oberflächlich hollywoodesken suchen, sondern auf etwas ähnlich geniales wie Johnsons Debut gehofft haben.
Weitere Ergänzungen zum Johnsonschen Lebenslauf gibt es, wenn ich mir The Brothers Bloom, seinen zweiten Film endlich mal vollständig angesehen habe.

Wertung: 2,5