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Wie Blätter von den Bäumen -1

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Natürlich beziehe ich mich auf die Tatsache, dass im Herbst die internationale Serienlandschaft oft mit einem Haufen Mist und ein paar guten Perlen befüllt wird.
Meine Meinung sei nicht das letzte Wort, aber ich werde in den nächsten Wochen trotzdem versuchen einen kleinen Überblick über die Watchability unseres Herbstenteraimentprogrammes  zu schaffen.

1.) Mockingbird Lane: Eine amerikanische TV Serie, die versucht, den Charm der 1960er Munsters wieder aufleben zu lassen und nicht mal skurril lustig scheitert. Vielleicht mag es daran liegen, dass mein Magen zu schwach zu sein scheint für atmosphärisch schlechte, verklemmt humorvolle Homozide, aber ich bleibe dann im Notfall lieber beim Original. In den 60ern waren Vampire und Werwölfe noch weniger ausgelutscht.
Schade finde ich dabei, dass mir nicht mal der göttliche Eddie Izzard das Grauen versüßen kann, war ich doch absolut angetan von seiner Performance in der dritten Staffel von United States of Tara. (Lassen wir mal „Death Star Cantine“ beiseite). Genauso schade ist, dass ich von Pushing Daisies und Dead Like me-Creator Bryan Fuller eigentlich etwas charmanteres erwartet habe.

Wertung: 2

2.) Underemployed: Keine Ahnung, was MTV da so treibt in den Vereinigten Staaten, aber in letzter Zeit schlittern sie wiederholt mit einem „echten“, nicht real-life-igen Serienformat in meine Wahrnehmung.
Wir erinnern uns an Awkward, wovon die erste Staffel zu mögen, die zweite guckbar war, sofern man nur ein klein wenig etwas für Teenie-Highschool-Kram der etwas sarkastischen Art übrig hat. (Manche Leute wissen, dass ich mich länger als der durchschnittliche Mensch im deutschen Bildungssystem aufgehalten habe und damit ein wenig empfänglicher für solche Themen bin).
Nun ja – wo ich Awkward wirklich mochte, lässt mich Underemployed ein wenig kalt.
Es ist nicht per se schlecht, aber es ist auch nicht mehr als das.
Die Geschichte dreht sich um fünf Freunde, die ein Jahr nach ihrem Abitur nicht die Leben führen, die sie sich erträumt hatten, aber wieder zusammen finden, als Raviva hochschwanger auf der Türschwelle ihres Öko-Exes auftaucht (nur dass in Deutschland Öko besser zu erkennen wäre). Er beginnt für seinen Vater zu arbeiten, alle anderen haben auch crappy Jobs – die Klassenbeste Sophia arbeitet im Donutshop -, aber im wesentlichen scheint es erst mal um die vereinende Kraft des in der ersten Folge geborenen Babies zu gehen.
Das ganze ist ein wenig oberflächlich, die schauspielerischen Leistungen nicht immer wie benötigt und manche emotionale Konflikte scheinen wie aus dem Leben von vierzehnjährigen gegriffen.
Was man der Serie anrechnen kann, ist nette, sympathische und auch fast glaubhafte Charaktere geschaffen zu haben, weshalb man sich das ganze wohl mal ansehen kann, wenn sonst nichts bleibt.
Aber so viel Spiel, Spaß, Spannung und kann man wahrscheinlich nicht erwarten.

Wertung: 2,5

3) Elementary: Wir kennen sie ja, diese Amis. Sie neigen dazu, eine tolle britische Serie zu nehmen und sie 1:1 neu zu verfilmen. Ich persönlich stehe diesem Phänomen mit einem gewissen Unverständnis gegenüber, denn die amerikanischen Remakes sind selten besser, oft nicht mal gleich gut wie ihr Vorbild. Trotzdem wundere ich mich nicht mehr, wenn eine meiner britischen Lieblingsserien auf diese Art im amerikanischen Fernsehen endet. Deshalb hätte ich mir auch denken können, dass mein britischer Liebling Sherlock so enden würde. Und tatsächliche: die Amis kamen, griffen sich den altbekannten Sherlock Holmes und taten was die BBC schon vorher damit tat – sie machten ihn modern. Wie ich wünschte, sie hätten versucht das als Abklatsch von Moffats Erfolgserie dastehen zu lassen. Stattdessen mussten sie versuchen das anders zu machen. Die Prämisse eines modernen Sherlocks schien ja schon spannend genug, wer muss denn noch die guten Storylines dazu nehmen?
Was wir hier im wesentlichen haben ist der Name Sherlock in irgendeine bedeutungslose amerikanische Thrillerserie gesteckt.
Der Versuch Jonny Lee Miller ähnlich exzentrisch darzustellen, wenn wie es Cumberbatch in Sherlock tut, geht wirklich in die Hose. Ich möchte fast sagen: Columbo und Monk hatten mehr mit einem Sherlock Holmes zu tun, als dieser fella.
Und Moffat und Gatiss mehr Ahnung von Logik, Neurologie und möglicherweise jeder anderen Wissenschaft, die in solch einer Serie untergebracht werden könnte, als Elementary Schöpfer Robert Doherty (Schade, hat er doch an netten Dingen wie Ringer und Tru Calling mitgewirkt, die beide zu früh abgesetzt wurden, meiner Meinung nach).
Dass sich dann noch Lucy Liu für den Mist hergegeben hat, tut doppelt weh.

Aber vielleicht sollte das abschließende Statement sein: wenn man versucht zu vergessen, dass Elementary irgendwas mit Sherlock Holmes zu tun hat, kann man es als nette, unterhaltsame Krimi/Thriller-Serie werten und vielleicht auch schon.
Wenn es nicht schon zu viele davon gäbe.

 

Wertung: 2,5

4) Downton Abbey Season 3: Ich mochte die ersten beiden Staffeln, ich mag auch die dritte.
Was mich ein wenig verwundert ist, dass sich Problematiken und Storylines weniger durch die ganze Staffel ziehen, stattdessen immer in einzelnen Episoden gefangen zu sein scheinen und mit ihnen zu Ende gehen.
Trotzdem leidet die Atmosphäre nicht und Gefühle werden großartig gezeigt und gespielt, so dass ich meine Empfehlung auch für diese Staffel aufrecht erhalten würde.

Wertung: 3,5

5) Gossip Girl Season 6: Ich will weinen. Die Serie jemals gut gefunden zu haben scheint angesichts ihrer oberflächlichen und boulevardhaften Aufmache schon mit der ersten Staffel peinlich, aber man guckte trotzdem und hatte seinen Spaß, weil das ganze gut inszeniert und spannend war. Spätestens mit der fünften Staffel näherte sich GG jedoch dem Abgrund und CW hat nicht umsonst die sechste Staffel auf zehn Abschlussfolgen begrenzt. Aber von diesen zehn Folgen, fand ich die erste schon so grauenvoll und hanebüchen, dass ganz klar ist, dass Serena und Co. ihr Ende ohne mich bestreiten werden.

Wertung: 1

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